Der Nikolaus kommt über das Wasser – eine Klever Tradition mit Herz

Klaus Venhofen über seine Rolle als Klever Nikolaus

Wenn am 5. Dezember das Boot auf dem Spoykanal in Kleve erscheint beginnt für viele Klever die schönste Zeit des Jahres. Seit rund 30 Jahren gehört die Ankunft des Nikolaus über das Wasser zur vorweihnachtlichen Tradition der Stadt. Seit drei Jahren schlüpft Klaus Venhofen nun schon in die Rolle des heiligen Mannes. Im Gespräch mit der Wirtschaft, Tourismus & Marketing Stadt Kleve GmbH (WTM) erzählt er von seiner Rolle als Nikolaus.

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Klaus Venhofen vor dem Spoykanal | © Fotograf / Wirtschaft, Tourismus & Marketing Stadt Kleve GmbH

Venhofen ist ein echter Klever. Geboren am 6. Dezember, dem Nikolaustag, ist er fast wie für die Rolle gemacht. Der Diakon aus Kellen war 46 Jahre bei der Sparkasse Rhein-Maas tätig, ist verheiratet, hat zwei Töchter und drei Enkelkinder.

Schon 1983 trat er erstmals als Nikolaus auf. Daraus wurde eine Herzensaufgabe: Über Jahrzehnte besuchte er Familien, Kindergärten und Vereine, hörte zu, sprach Menschen Mut zu und sammelte Spenden. Sein Honorar spendet er bis heute für Kinder mit Behinderungen. Aktuell unterstützt er das Hilfsprojekt Tor zum Leben – Lifegate Rehabilitation e.V. im Westjordanland.

„Kaltes, aber trockenes Wetter“, das darf am 5. Dezember nicht fehlen. „Schnee ist okay, aber Sturm und Regen sind ganz schlecht“, sagt Venhofen lachend. Ob das Wetter mitspielt oder nicht: Wenn das Boot über den Spoykanal fährt, wird aus dem Diakon für einen Moment der Heilige Mann.

Für Venhofen steht der Nikolaus für Güte und Menschlichkeit. „Er soll keine Angst machen. Er soll zeigen, dass man aufeinander achten und auch teilen sollte“ sagt er. Auch ein Grund, warum er seit mehreren Jahren ohne Knecht Ruprecht unterwegs ist. “Viele Kinder haben einfach Angst vor ihm”.

Manchmal sind es kleine Momente, die ihm besonders in Erinnerung bleiben. Etwa, als er im Klever Krankenhaus ein niederländisches Kind besuchte. „Ich habe einfach auf Niederländisch mit ihm gesprochen und gesagt, ich hätte von den Nachbarn gehört, dass es im Krankenhaus liegt und das an Nikolausabend. Da musste ich natürlich kommen“, erzählt er.

Und was ist für ihn der schönste Augenblick am Nikolaustag? „Wenn ich wieder zu Hause bin, abgeschminkt, mit einem Glas Rotwein im Sessel sitze und mich an den schönen Abend erinnere”.

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